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IKONE DER MUTTER GOTTES DER BARMHERZIGKEIT
Das Tor der Morgenröte (Ausros Vartai), Vilnius (Litauen)



Das Tor der Morgenröte in Vilnius, das am Anfang des XVI. Jh. aufgebaut wurde, ist eins von neun damals in den Schutzmauern der Stadt stehenden Tore. Im mittelalterlichen Vilnius war es Sitte, dass in den Nischen der Türme über einem Tor heilige Bilder aufgehangen wurden. Das Bild der Madonna ohne das Kindchen, mit einem traurigen Antlitz, mit einem leicht geneigten Kopf und über die Brust gekreuzten Armen wurde auf einem repräsentativen Tor untergebracht, weil hier die offiziellen Gäste, die in die Stadt kamen, begrüßt wurden. Dieses Bild, das auf sich keine besondere Aufmerksamkeit zog, hing in einer Nische von Fensterläden, die das Bild vor Schnee und Regen schützten.
Diese Situation veränderte sich, als beim Tor der Morgenröte ein Kloster der barfüßigen Karmelitern gegründet wurde. Einer von den Klosterbrüdern baute über dem Tor der Morgenröte eine Holzkapelle mit Treppen für das Madonna-Bild, in der sich die Einwohner von Vilnius zum Gebet versammelten.


In dieser Kapelle, auf die Fürsprache der Muttergottes hin, erbeten viele Generationen der Vilniuser Einwohner die besonderen Gnaden für sich und ihren Verwandten. Diese Kapelle verbrannte im Jahre 1711 im Stadtbrand. Das Wunderbild wurde aus der brennenden Kapelle von einem jungen Ordensbruder rausgetragen. Bis eine neue, gemauerte Kapelle gebaut wurde - das dauerte ungefähr 20 Jahre lang - war das gerettete Bild in der Nachbarkirche der Hl. Theresa untergebracht.


In den folgenden Jahren wurde zur Kapelle im Tor der Morgenröte eine Sakristei und eine Galerie zugebaut. Im Jahre 1773 erteilte Papst Klemens XVI. die Ablässe für die Brüderschaft des Schutzes der Heiligsten Jungfrau Maria in Vilnius. Als im Jahre 1799 die zaristische Behörde eine Zerstörung der Stadtmauern und allen Stadttoren in Vilnius begonnen hatte, wurde das Tor der Morgenröte unberührt gelassen. In den Jahren 1829-1830 wurde zur gründlich erneuerten Kapelle eine einstöckige Galerie mit gemauerten Treppen zugebaut. Sie bekam eine Gestalt, die bis heute blieb.


Das Bild der Madonna im Tor der Morgenröte in Vilnius wurde höchstwahrscheinlich in Vilnius, zwischen den Jahren 1620-1630, gemalt. Trotz der zahlreichen Nachforschungen bleibt die Person des Kunstmalers dieses Bildes unbekannt. Das Ölbild, vom Ausmaß 200 x 165 cm, wurde auf Eichenbrettern gemalt, die mit einer feinen Kreidegrundschicht bedeckt wurden. Die Doppelkronen und ein silbernes, von außen vergoldetes Kleid, wurden auf das Bild um die Wende des XVII. zum XVIII. Jh. aufgesetzt. Ein charakteristischer Teil des Bildes ist ein Weihgeschenk in Gestalt eines großen Halbmondes, das im Jahre 1849 im unteren Teil des Bildes untergebracht wurde. Eine silberne Wandverblendung der Kapelle bilden die ausgewählten Weihgeschenke, unter anderem vom Marschall Josef Pilsudski.


Unter den Weihgeschenken befinden sich auch die Weihgeschenke, die vom Heiligen Vater Johannes Paul II. geschickt wurden. Die Zahl, der hier ausgestellten silbernen Weihgeschenke, die von den Gläubigen als Danksagung für die erfahrenen Gnaden geschenkt wurden, schätzt man ungefähr auf 8000.


Das Ölbild auf den Brettern

Das Bild im silbernen Kleid


Die Kapelle der Muttergottes der Barmherzigkeit


Mit einem Papstdekret vom Jahre 1927 ist das Bild vom Tor der Morgenröte, dem der Name "Muttergottes der Barmherzigkeit" verliehen worden ist, mit Papstkronen gekrönt worden. Die Feier der Krönung bekam sowohl einen hohen staatlichen als auch kirchlichen Rang - die goldenen Kronen legte ein päpstlicher Nuntius auf. An dieser Feier nahmen der polnische Primas Erzbischof August Hond, 28 Bischöfe und viele höchsten Staatswürdenträger mit Marschall Josef Pilsudski und Präsident Ignacy Moscicki teil (Diese Kronen sind während des II. Weltkriegs verloren gegangen).
Während des II. Weltkriegs - laut der Entscheidung des Erzbischofs Metropolit Jalbrzykowski - ist das Gnadenbild unter seinen treuen Verehrern in Vilnius geblieben. Als nach dem II. Weltkrieg Vilnius zur UdSSR gehörte, und die meisten Kirchen geschlossen wurden, ist die Kapelle im Tor der Morgenröte offen geblieben.


Viele Kopien des Bildes der Muttergottes der Barmherzigkeit befinden sich in den Kirchen in anderen Ländern; auch in Rom in der Basilika des Heiligen Petrus und Paulus befindet sich eine Kapelle mit einer Kopie dieses Bildes. Während seiner Pilgerfahrt nach Vilnius im September 1993, betete Papst Johannes Paul II. im Tor der Morgenröte.


Eine Vorsehung Gottes verursachte, dass bei der Muttergottes der Barmherzigkeit in Vilnius in den Tagen 26.-28. April 1935, während der Feier zum Abschluss des Jubiläumsjahres der Welterlösung, das Abbild des Barmherzigsten Erlöser das erste Mal öffentlich verehrt wurde. Diese Feier fiel auf den 1. Sonntag nach Ostern zeitlich zusammen, wie Jesus, der Herr, gefordert hatte. An dem Fest nahm auch die Hl. Faustina teil und Priester Sopocko hielt die Predigt über die Barmherzigkeit Gottes. (siehe Das Bild)

 

Das Tor der Morgenröte (Ausros Vartai)


Das Tor der Morgenröte (Ausros Vartai)
 

Das Tor der Morgenröte (Ausros Vartai)

 

 

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