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"Der Herr selbst ermuntert mich,
Gebete und Hymnen
über Seine Barmherzigkeit zu schreiben" (Tagebuch 1593).

 


DIE GEBETE DER HEILIGEN SCHWESTER FAUSTINA


"O gekreuzigter Jesus, ich bitte Dich, schenke mir die Gnade, dass ich immer und überall in allem den heiligsten Willen Deines Vaters erfülle. Wenn mir aber der Wille Gottes zu schwer fällt, bitte ich Dich, Jesus: möge mir aus Deinen Wunden Kraft zufließen und meine Lippen wiederholen sollen: "Dein Wille geschehe, Herr" (...). Barmherzigster Jesus, schenke mir die Gnade der Selbstvergessenheit, damit ich ausschließlich für die Seelen lebe und Dir beim Werk der Erlösung mithelfe, nach dem Heiligsten Willen Deines Vaters..." (Tagebuch 1265)


"O Herr, ich möchte mich ganz in Deine Barmherzigkeit umwandeln und ein lebendiges Abbild von Dir sein. Möge diese größte Eigenschaft Gottes, Seine Unergründliche Barmherzigkeit, durch mein Herz und meine Seele hindurch zu meinen Nächsten gelangen.
Hilf mir, o Herr, dass meine Augen barmherzig sind, damit ich niemals nach äußerem Anschein verdächtige und richte, sondern das wahrnehme, was in den Seelen meiner Nächsten schön ist und komme ihnen zu Hilfe.
Hilf mir, dass mein Gehör barmherzig ist, damit ich mich zu den Bedürfnissen meiner Nächsten neige, damit meine Ohren nicht gleichgültig für Leid und Klage der Nächsten bleiben.
Hilf mir, Herr, dass meine Zunge barmherzig ist, damit ich niemals abfällig über meine Nächsten rede, sondern für jeden ein Wort des Trostes und der Vergebung habe.
Hilf mir, Herr, dass meine Hände barmherzig und voll guter Taten sind, damit ich meinem Nächsten nur Gutes tue und schwierigere, mühevollere Arbeit auf mich nehme.
Hilf mir, dass meine Füße barmherzig sind, damit ich meinen Nächsten immer zu Hilfe eile und die eigene Mattheit und Müdigkeit beherrsche (...).
Hilf mir, Herr, dass mein Herz barmherzig ist, damit ich alle Leiden der Nächsten
empfinde (...). Möge Deine Barmherzigkeit, o mein Herr, in mir ruhen..."
(Tagebuch 163).


"König der Barmherzigkeit, leite meine Seele" (Tagebuch 3).


"Ewige Liebe, Du reines Feuer, brenne stets in meinem Herzen und durchdringe mein ganzes Wesen nach Deinem ewigen Wohlgefallen, durch das Du mich ins Dasein gerufen und berufen hast, an Deinem ewigen Glück teilzunehmen" (Tagebuch 1523).


"O barmherziger Gott, Du verachtest uns nicht, sondern beschenkst uns unablässig mit Deinen Gnaden. Du machst uns Deinem Königreich ähnlich und in Deiner Güte füllst Du die von den undankbaren Engeln verlassene Stelle mit Menschen. O Gott der großen Barmherzigkeit, Du hast Dein heiliges Auge von den aufrührerischen Engeln abgewandt und hast Dich dem reuigen Menschen zugewandt, möge Preis und Ehre Deiner unergründlichen Barmherzigkeit zuteil werden..." (Tagebuch 1339).


"O Jesus, ich will die gegenwärtige Weile leben - als ob dieser Tag mein Letzter wäre; jeden Augenblick will ich zur größeren Ehre Gottes sorgsam nutzen, jeden Umstand zum Nutzen meiner Seele auswerten. Ich will alles von dem Standpunkt ansehen, dass ohne den Willen Gottes nichts geschieht. Gott der unergründlichen Barmherzigkeit, umarme die ganze Welt und ergieße Dich über uns durch das barmherzige Herz Jesu" (Tagebuch 1183).


"O Gott der großen Barmherzigkeit, Du unendliche Güte, heute ruft die ganze Menschheit aus dem Abgrund ihres Elends zu Dir, zu Deinem Erbarmen. O Gott, sie ruft mit der gewaltigen Stimme ihrer Not. Gnädiger Gott, verschmähe nicht das Gebet der Verbannten dieser Erde. O Herr, unbegreifliche Güte, Du kennst unser Elend durch und durch und weißt, dass wir nicht imstande sind, uns aus eigener Kraft zu Dir zu erheben - deshalb bitten wir Dich, komme uns mit Deiner Gnade zuvor und vervielfache stets Deine Barmherzigkeit in uns, damit wir Deinen heiligen Willen im ganzen Leben und in der Stunde des Todes treu erfüllen. Es schütze uns die Allmacht Deiner Barmherzigkeit vor Angriffen der Feinde unserer Erlösung, damit wir vertrauensvoll, wie Deine Kinder, auf Dein endgültiges Kommen warten..." (Tagebuch 1570).


FRÜCHTE DES GEBETES


"Die Seele rüstet sich durch Gebet zum Kampf jeglicher Art. In welchem Zustand sich die Seele auch befindet, sie sollte beten. Eine reine und schöne Seele muss beten, sonst würde sie ihre Schönheit verlieren; eine nach Reinheit strebende Seele muss beten, sonst erreicht sie keine Reinheit; die eben bekehrte Seele muss beten, sonst würde wieder rückfällig; eine sündige, in Sünden versunkene Seele muss beten, um sich erheben zu können. Es gibt keine Seele, die zu keinem Gebet verpflichtet wäre, denn jede Gnade fließt durch das Gebet" (Tagebuch 146).


"...die Seele soll treu im Gebet sein, trotz Qualen, Dürre und Versuchungen,
denn vorwiegend von solchem Gebet hängt die Verwirklichung manchmal großer Pläne Gottes ab. Falls wir aber in solchem Gebet nicht ausharren, durchkreuzen wir, was Gott durch uns oder in uns vollbringen wollte. Möge jede Seele folgende Worte behalten, und wenn sie in Angst gerät, noch inständiger beten" (Tagebuch 872).


"Geduld, Gebet und Schweigen stärken die Seele. Es gibt Augenblicke, in denen die Seele schweigen sollte, da es sich nicht ziemt, mit Geschöpfen zu reden. Das sind Augenblicke der Unzufriedenheit mit sich selbst (...). In solchen Augenblicken lebe ich ausschließlich den Glauben..." (Tagebuch 944).


"Es gibt Augenblicke im Leben, in denen die Seele lediglich im innigen Gebet Trost findet; es ist wichtig, daß die Seelen in solchen Momenten im Gebet verharren“ (Tagebuch, 860).


"Das Schweigen ist ein Schwert im geistigen Kampf (...). Eine schweigsame Seele ist fähig, sich mit Gott aufs innigste zu vereinen, sie lebt fast immer unter der Eingebung des Heiligen Geistes. In einer schweigenden Seele wirkt Gott ohne Hindernisse" (Tagebuch 477).


"Wir sollten den Heiligen Geist oft um die Tugend der Umsicht bitten. Umsicht besteht aus: der Erwägung, vernünftigem Überlegen und mutigem Entschluss. Der endgültige Entschluss hängt immer von uns ab" (Tagebuch 1106).

 

 

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