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VATICAN, Hl. Peterplatz. Fest der Kanonisation der Schwester Faustina Kowalska.


30 April, 2000 J. Papst Johannes Paul II. hat Schwester Faustina heilig gesprochen und das Fest der Barmherzigkeit Gottes für die ganze Kirche eingeführt. Fragmente von Predigt des Johannes Paul II verkündet am Tag der Heiligsprechung:

(...) Die Heiligsprechung von Schwester Faustina hat eine besondere Bedeutung. Durch diese Heiligsprechung möchte ich heute die Botschaft der Barmherzigkeit an das neue Jahrtausend weitergeben. Ich gebe sie an alle Menschen weiter, damit sie mehr und mehr lernen können, das wahre Gesicht Gottes und das wahre Gesicht des Menschen zu kennen.
(...) Faustyna, Geschenk Gottes an unsere Zeit, Geschenk Polens an die ganze Kirche, hilf uns, die Tiefe der göttlichen Barmherzigkeit zu erfassen, von ihr eine lebendige Erfahrung zu machen und diese vor unseren Brüdern zu bezeugen. Deine Botschaft des Lichtes und der Hoffnung verbreite sich in der ganzen Welt, sie führe die Sünder zur Umkehr, sie besänftige die Rivalitäten und den Haß und öffne die Menschen für eine gelebte Brüderlichkeit*.

* Quelle: www.vatican.va/holy_father/john_paul_II/homilies/2000/documents/


DIE BOTSCHAFT DER BARMHERZIGKEIT GOTTES

Herr Jesus hat der Heiligen Faustina, polnischen Ordensschwester aus dem Orden der Muttergottes der Barmherzigkeit1, eine große Mission - die an die ganze Welt gerichtete Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes-anvertraut. Ihre Aufgabe war es, den Menschen neue Gebete und Formen der Anbetung der Barmherzigkeit Gottes beizubringen. Sie sollen an die vergessene Wahrheit des Glaubens an Gottes barmherzige Liebe zu jeden Menschen erinnern. In der verkündigten Botschaft offenbart sich der barmherzige Gott in Jesus Christus dem Erlöser, als Vater der Liebe und der Barmherzigkeit, besonders gegenüber den unglücklichen, irrenden und sündigen Menschen, die ihr Leben verändern wollen.


„Du bist die Sekretärin Meiner Barmherzigkeit. Ich habe dich für dieses Amt in diesem und im künftigen Leben erwählt” (Tagebuch, 1605).

„Deine Aufgabe ist es, alles aufzuschreiben, was Ich dich über Meine Barmherzigkeit erkennen lasse und zwar zum Nutzen der Seelen, die diese Schriften lesen. Sie erfahren in ihrer Seele Trost und bekommen Mut, sich Mir zu nähern” (Tagebuch, 1693).

Heiligen Faustina Kowalska

„Heute sende ich dich zur ganzen Menschheit mit Meiner Barmherzigkeit. Ich will die leidende Menschheit nicht strafen, sondern sie gesundmachen, sie an Mein barmherziges Herz drücken (...). Vor dem Tage der Gerechtigkeit sende Ich den Tag der Barmherzigkeit“ (Tagebuch, 1588).

Der Erloser möchte, dass Gottes Barmherzigkeit in der ganzen Welt bekannt wird. Er will, dass jeder Mensch, der sich mit Vertrauen an Ihn wendet, die Schönheit und Reichtum der Gnaden der christlichen Barmherzigkeit neuendeckt. Dazu dienen die neue Formen des Kultes der Barmherzigkeit Gottes und damit verbundene Versprechen.

„Ich habe Mein Herz als lebendige Quelle der Barmherzigkeit geöffnet; mögen alle Seelen aus ihm Leben schöpfen; mögen alle Seelen dem Meer der Barmherzigkeit mit großem Vertrauen nähern. Die Sünder werden Rechtfertigung erfahren und die Gerechten Festigung im Guten“ (Tagebuch, 1520).

„Die Bekehrung, wie auch das Ausharren in ihr, ist die Gnade Meiner Barmherzigkeit(…) Aus Meiner Barmherzigkeit schöpft man Gnaden mit nur einem Gefäß - und das ist das Vertrauen. Je mehr eine Seele vertraut, umso mehr bekommt sie“ (Tagebuch, 1577-78).


Das wesentliche bei Andacht zur Göttlichen Barmherzigkeit ist das Vertrauen auf Gott, der Wunsch, seinen Willen zu erfüllen, und die Praxis der Barmherzigkeit gegenüber unseren Nachbarn, sie Gottes grenzenloser Liebe und Güte anzuvertrauen. Es ist auch eine Bedingung für die Erfüllung der Verheißungen des Herrn Jesus, die er mit neuen Formen der Anbetung der Barmherzigkeit Gottes verbunden hat.


NEUE VEREHRUNGSFORMEN DER BARMHERZIGKEIT GOTTES

DAS BILD VOM BARMHERZIGEN JESUS

Am 22. Februar 1931 offenbarte sich der Herr Jesus der Schwester Faustina in der Klosterzelle in Plock (Polen) und ließ sie ein Bild malen nach dem Vorbild, das sie in einer Vision bekommen hat.

„Male ein Bild, nach dem, was du siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich. Ich wünsche, dass dieses Bild verehrt wird, zuerst in eurer Kapelle, dann auf der ganzen Welt. Ich verspreche, dass die Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verloren geht. Ich verspreche auch, schon hier auf Erden, den Sieg über Feinde, besonders in der Stunde des Todes. (...) Ich will, dass das Bild, welches du mit dem Pinsel malen wirst, am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll das Fest der Barmherzigkeit werden. Ich wünsche, dass die Priester Meine große Barmherzigkeit gegenüber sündigen Seelen verkünden sollen“ (Tagebuch, 47-49).

„Ich überreiche den Menschen ein Gefäß, mit dem sie zur Quelle der Barmherzigkeit um Gnaden zu bekommen sollen. Dieses Gefäß ist das Bild mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich” (Tagebuch, 327).

„Durch dieses Bild werde ich viele Gnaden erteilen, deshalb soll jede Seele Zugang zu ihm haben” (Tagebuch, 570).


DAS FEST DER BARMHERZIGK

„Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird und besonders für arme Sünder (...) Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle Meiner Barmherzigkeit nähert. Die Seele, die beichtet und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommene Vergebung der Schulden und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch sie fließen die Gnaden. Keine Seele soll Angst haben, sich Mir zu nähern, auch wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären“ (Tagebuch, 699).

„Auch wenn die Seele wie eine verwesende Leiche wäre und eine Belebung, menschlich gesehen, ausgeschlossen und alles schon verloren würde - nicht so ist es bei Gott. Das Wunder der Barmherzigkeit Gottes belebt die Seele vollauf“ (Tagebuch, 1448).


DER ROSENKRANZ ZUR BARMHERZIGKEIT GOTTES

Der Rosenkranz der Barmherzigkeit Gottes wurde vom Herrn Jesus am 13. und 14. September 1935 der Schwester Faustina in Vilnius als Gebet um die Gnade der Barmherzigkeit für die Sünder diktiert.

„Durch das Gebet erbittest du alles, wenn das, worum du bittest, mit Meinem Willen übereinstimmt“ (Tagebuch, 1731).

„Bete unablässig diesen Rosenkranz, den Ich dich gelehrt habe. Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Todesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Auch dem verstocktesten Sünder, falls er nur einmal diesen Rosenkranz betet, wird die Gnade aus Meiner unendlichen Barmherzigkeit zugeteilt“ (Tagebuch, 687).

„Jede Seele, die dieses Rosenkranzgebet betet, verteidige ich in der Stunde des Todes wie Meine Ehre. Auch wenn andere bei einem Sterbenden so beten, erhalt er den gleichen Ablass. Wenn dieses Gebet bei Sterbenden gebetet wird, besänftigt sich der Zorn Gottes und unergründliche Barmherzigkeit umfängt die Seele“ (Tagebuch, 811).

„Wenn dieses Rosenkranzgebet zur Barmherzigkeit bei Sterbenden gebetet wird, werde Ich zwischen Meinem Vater und dem Sterbenden nicht als gerechter Richter, sondern als Barmherziger Erlöser stehen“ (Tagebuch, 1541).

Dieses Gebet betet man auf dem Rosenkranz. Am Anfang:
„Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigen und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Ich glaube an Gott, den Vater den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn. Empfangen durch den Hl. Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. Hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Hl. Geist, die Hl. katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Große Perlen (1 x):
Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut,
die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus, zur Sühne für unsere Sünden
und die Sünden der ganzen Welt.
Kleine Perlen (10 x):
Durch Sein schmerzhaftes Leiden habe Erbarmen mit uns
und mit der ganzen Welt.
Zum Schluss (3 x):
Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,
habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt“ (Tagebuch, 476).


DIE STUNDE DER BARMHERZIGKEIT GOTTES

Im Oktober 1937 in Krakau (Polen) empfahl Jesus, die Stunde seines Todes zu ehren, und sich im Gebet durch mindestens eine kurze Weile auf den Wert und die Verdienste seines Leidens zu berufen.

„Ich möchte, dass du tiefer Meine Liebe, in der Mein Herz für die Seelen entflammt ist, kennenlernst. Du wirst das verstehen, wenn du Mein Leiden betrachtest. Rufe Meine Barmherzigkeit für die Sünder an, Ich verlange nach ihrer Erlösung. Wenn du für einen Sünder folgendes Gebet mit zerknirschtem Herzen und Glauben hersagst, schenke Ich ihm die Gnade der Umkehr. Dieses Gebet ist folgendes:
O Blut und Wasser, die aus dem Herzen Jesu als Quelle der Barmherzigkeit für uns herausspringen - ich vertraue auf Sie“ (Tagebuch, 187).

„Um drei Uhr flehe Meine Barmherzigkeit an, besonders für die Sünder. Vertiefe dich wenigstens kurz in Mein Leiden, von allem in Meine Verlassenheit während des Sterbens. Das ist die Stunde der großen Barmherzigkeit für die Welt. Ich erlaube dir, in Meine Todestrauer einzudringen. In dieser Stunde versage Ich nichts der Seele, die Mich durch Mein Leiden bittet“ (Tagebuch, 1320).

„In dieser Stunde kannst du alles für dich selbst und für andere erbitten. In dieser Stunde kam die Gnade für die ganze Welt. Barmherzigkeit besiegte die Gerechtigkeit (...) bemühe dich in dieser Stunde, den Kreuzweg abzuhalten. Wenn dir das aber nicht möglich ist, dann gehe für eine Weile in die Kapelle und verehre Mein Herz, das voller Barmherzigkeit im Allerheiligsten Altarsakrament verweilt. Falls dir auch das nicht möglich ist, versenke dich, wenn auch nur kurz, im Gebet, an dem Ort, wo du gerade bist. Ich verlange für Meine Barmherzigkeit Ehre von jedem Geschöpf…“ (Tagebuch, 1572).

„Die Quelle Meiner Barmherzigkeit ist mit der Lanze am Kreuz für alle Seelen weit geöffnet worden. Ich habe niemanden ausgeschlossen“ (Tagebuch, 1182).


DIE VERBREITUNG DER ANBETUNG DER BARMHERZIGKEIT GOTTES
– WERKE DER BARMHERZIGKEIT

„...tue was in deiner Macht steht, um die Anbetung Meiner Barmherzigkeit auszubreiten. Was dir fehlt, werde Ich ergänzen. Sage der leidenden Menschheit, sie möge sich an Mein barmherziges Herz schmiegen und Ich will sie mit Frieden erfüllen. (...) Wenn sich Mir eine Seele mit Vertrauen naht, erfülle Ich sie mit so gewaltiger Gnade, daß sie diese Gnade in sich selbst nicht fassen kann und sie auf andere Seelen ausstrahlen wird. Seelen, die den Ruhm Meiner Barmherzigkeit verbreiten, beschütze Ich ihr ganze Leben lang, wie eine zärtliche Mutter ihren Säugling beschützt...“ (Tagebuch, 1075).

„Den Priestern, die Meine Barmherzigkeit künden und rühmen werden, gebe Ich eine sonderbare Macht, salbe ihre Worte und bewege die Herzen derer, zu denen sie sprechen werden“ (Tagebuch, 1521).

„Barmherzigkeit sollst du immer überall deinen Nächsten erweisen, du kannst dich davor weder drücken, noch ausreden oder entschuldigen. Ich gebe dir drei Möglichkeiten, dem Nächsten Barmherzigkeit zu erweisen: Erstens - die Tat; zweitens - das Wort; drittens - das Gebet. In diesen drei Stufen ist die Fülle der Barmherzigkeit enthalten; sie ist ein unumstößlicher Beweis der Liebe zu Mir. So preist und verehrt die Seele Meine Barmherzigkeit“ (Tagebuch, 74}


DIE NEUE ORDENSGEMEINSCHAFT

Die Schwester Faustina nahm die Mühe auf sich, Gottes Plan zu entdecken, was die Gründung eines neuen Ordens betraf. Für diese Intention hat sie Gott viele Gebete und Leiden dargebracht. Sie hat im Juni 1935 in Vilnius (Litauen) geschrieben:

„Gott verlangt eine solche Ordensgemeinschaft, damit sie die Barmherzigkeit Gottes in der Welt verkündet und für die Welt erbittet” (Tagebuch, 436).

„Ich wünsche, daß eine solche Ordensgemeinschaft besteht” (Tagebuch, 437).

„Unaufhörlich werden sie für sich und für die ganze Welt die Barmherzigkeit Gottes erbitten und jede Tat der Barmherzigkeit wird aus der Liebe Gottes fließen, von der sie erfüllt sein werden. Sie werden bemüht sein, sich die große Tugend Gottes selbst anzueignen, in ihr zu leben und besorgt sein, daß andere sie erkennen und der Güte Gottes vertrauen“ (Tagebuch 664).

„Ich sah das Kloster des neuen Ordens: ausgedehnte, große Räume. Ich besichtigte alle Gegenstände nacheinander. Ich sah, daß Gottes Vorsehung das Notwendige besorgt hat. (...) Während der heiligen Messe kam eine Erleuchtung zu mir und eine tiefe Erkenntnis (bezüglich) des gesamten Werkes und in meiner Seele blieb kein Schatten des Zweifels. Der Herr gab mir Seinen Willen wie in drei Anflügen zu erkennen, aber alles ist eins.
Der erste: die von der Welt abgeschiedenen Seelen werden als Opfer vor Gottes Thron brennen und die Barmherzigkeit Gottes für die ganze Welt erbitten... Sie werden um Segen für die Priester bitten und durch ihr Gebet die Welt auf die endgültige Wiederkunft Jesu vorbereiten.
Der zweite: Gebete verbunden mit der barmherzigen Tat. Sie werden insbesondere die Seele des Kindes vor dem Bösen schützen. Das Gebet und die barmherzige Tat enthalten in sich alles, was diese Seelen tun sollen (...). In der egoistischen Welt werden sie sich bemühen, die Liebe zu erwecken - die Barmherzigkeit Gottes.
Der dritte: Gebet und barmherzige Tat, die nicht mit dem Gelübde verbunden sind; ihre Ausführung gibt jedem Anteil an allen Verdiensten des Ganzen. Diesem Anflug können alle in der Welt lebenden Menschen angehören.
Ein Angehöriger dieses Anfluges sollte täglich zumindest eine Tat der Barmherzigkeit vollbringen, es können auch viele sein, denn für jeden ist das leicht auszuführen, sogar für den aller Ärmsten. Es gibt eine dreifache Möglichkeit Barmherzigkeit zu üben:
erstens - das barmherzige Wort - durch Vergebung und Trost;
zweitens - wo Worte nichts ausrichten, beten - auch das ist Barmherzigkeit;
drittens - barmherzige Taten.
Und wenn der letzte Tag ankommt, werden wir Rechenschaft darüber ablegen und ein entsprechendes ewiges Urteil erhalten“ (Tagebuch, 1154-1158).




„Dies ist die sichtbare Hilfe für dich auf Erden.
Er wird dir helfen, meinen Willen auf Erden zu tun” (Tagebuch, 53).

„Durch seine Bemühungen wird in der Kirche Gottes
zum Trost der Seelen ein neues Licht aufleuchten” (Tagebuch, 1390).


SELIGER PRIESTER MICHAEL SOPOĆKO

In der Botschaft von der Hl. Schwester Faustina hat Gottes Vorsehung eine wichtige Rolle ihrem Beichtvater und dem geistlichen Leiter Priester Michael Sopocko vorbestimmt. Als die Schwester Faustina sich in Vilnius (in dieser Zeit gehörte Vilnius zur Polen). in den Jahren 1933-193613 aufhielt, war er für sie eine unersetzliche Hilfe bei dem Erkennen der inneren Empfindungen und Offenbarungen. Auf seine Empfehlung hin hat sie das „Tagebuch“ geschrieben, das ein wertvolles Dokument für die katholische Mystik ist. In ihm wird auch die außergewöhnliche Persönlichkeit des Priesters Sopocko und sein heiliges Priester Leben dargestellt sowie der Beitrag seiner Arbeit zur Verwirklichung der Forderungen Jesu Christi.


„Dies ist ein Priester nach Meinem Herzen (...) Es hat Mir gefallen, durch ihn die Verehrung Meiner Barmherzigkeit zu verbreiten“ (Tagebuch, 1256).

„Sein Gedanke ist eng mit Meinem verbunden; sei deshalb hinsichtlich Meines Werkes beruhigt; Ich lasse nicht zu, dass er sich irrt und du unternimm nichts, ohne seine Erlaubnis“ (Tagebuch, 1408).

Priester Michael Sopoćko

Das Malen des Bildes vom Barmherzigen Jesus, seine Ausstellung zur öffentlichen Verehrung, die Verbreitung des Rosenkranzes zur Barmherzigkeit Gottes, die vorläufigen Bemühungen um die Einführung des Festes der Barmherzigkeit und die Gründung eines neuen Ordens konnten durch die Mühe von Priester Michael Sopocko in Vilnius in die Realität umgesetzt werden. Von da an erstrahlen ihre gemeinsamen Werke, die durch ihr Gebet und ihr Leiden erkauft wurden, auf die ganze Welt.


„Wenn ich die Mühe und die Aufopferung vom Priester Dr. Sopocko in dieser Sache sehe, bewundere ich seine Geduld und seine Demut. Es hat ihn nicht nur viel Mühe und Unannehmlichkeiten gekostet, sondern auch viel Geld, und doch hat Priester Dr. Sopocko für alles aufgewendet. Ich sehe, dass Gottes Vorsehung ihn zu diesem Werk der Barmherzigkeit vorbereitet hat, noch bevor ich Gott darum gebeten habe. Wie wunderbar sind Deine Wege, o Gott, und wie glücklich die Seelen, die der Stimme Deiner Gnade folgen“ (Tagebuch, 422).

„O mein Jesus, Du siehst, welch‘ große Dankbarkeit ich für Professor Sopocko, der Dein Werk soweit vorangebracht hat, empfinde. Diese demütige Seele hat alle Stürme ausgehalten, sich durch Widerwärtigkeiten nicht entmutigen lassen, sondern Gottes Aufforderung treu befolgt“ (Tagebuch, 1586).


In seinen über zweihundert veröffentlichten wissenschaftlichen Werken, zahlreichen Presseveröffentlichungen und Predigtkonferenzen lieferte Priester Michael Sopoćko theologische Grundlagen für neue Formen der Verehrung der Barmherzigkeit Gottes, die er eifrig durch Evangelisierung und soziale Aktivitäten verbreitete. Für die erste Schwesterngemeinschaft, die der Beginn der etablierten Kongregation der Schwestern des barmherzigen Jesus wurde, schrieb er Formationsbriefe und erarbeitete dann die Verfassungen nach den Gedanken und Vorschlägen von Schwester Faustina. Er veröffentlichte Gebete zur Barmherzigkeit Gottes auf der Grundlage der Texte von Schwester Faustina, mit der er bis zum Ende ihres Lebens in Kontakt blieb. Nach dem Tod von St. Faustina führte konsequent die in den Erscheinungen angegebenen Aufgaben aus.


Am 26. September 2008 verlieh Benedikt XVI. Päpst Michał Sopoćka durch päpstlichen Erlass den Titel des Seligen.


Das Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes mit einem Sarkophag mit den sterblichen Überresten
des seligen Vaters Michael Sopoćko, Białystok, Bl. Priester Michael Sopoćko 1


Fragmente von Tagebuch des Priester Michael Sopocko:

„Es gibt Wahrheiten, die man kennt und oft von ihnen hört, die man aber nicht versteht. So war es bei mir mit der Wahrheit der Barmherzigkeit Gottes. So oft hatte ich diese Wahrheit in Predigten erwähnt, auf Einkehrtagen über sie nachgedacht, sie in kirchlichen Gebeten wiederholt - vor allem in Psalmen - aber ich habe die Bedeutung dieser Wahrheit nicht verstanden, bin auch nicht in ihren Inhalt eingedrungen, dass sie die wichtigste Eigenschaft von Gottes Wirken nach außen hin ist. Es brauchte erst dieser einfachen Schwester Faustina aus dem Orden der Obhut der Mutter Gottes, die von der Intuition geleitet wurde und mir von ihr erzählte, es kurz und oft wiederholte, mir dabei den Anreiz gab zum Forschen, Studieren und Überdenken dieser Wahrheit.
(...) anfangs wusste ich nicht genau um was es geht, ich hörte zu, glaubte nicht ganz, dachte nach, forschte, suchte bei anderen Rat- erst nach einigen Jahren begriff ich die Bedeutsamkeit dieses Werkes, die Größe dieser Idee und ich überzeugte mich selbst von der Wirksamkeit dieses, zwar alten, aber vernachlässigten, mächtigen und lebensschenkenden Kultes, der in unserer Zeit eine Erneuerung braucht.

 

 

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Alle Rechte vorbehalten: © Textzusammenstellung - Urszula Grzegorczyk
Konsultation - Schwester Maria Kalinowska, Kongregation der Schwestern des barmherzigen Jesus.
Die Texte dürfen nur unter der Bedingung kopiert werden,
dass der vollständige Name der Quelle bestätigt wird
© Übersetzung: Anna Klimowicz